Navigation -- Teil I Drucken

Wie findet ein Pilot sein Ziel?



Grundsätzlich gibt es zwei Arten, wie ein Pilot an sein Ziel findet, wie er also navigiert:

1. Ein Pilot kann nach Sicht fliegen. Er schaut also aus dem Fenster nach unten und sucht nach herausstechenden Merkmalen am Boden, wie z.B. einer Autobahn, einem Gewässer, Gebirge, markanten Gebäuden oder Ähnlichem. Solch ein Flugverfahren nennt sich in der Fliegersprache VFR. VFR ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung Visual Flight Regulation, was nichts anderes bedeutet, als dass der Pilot nach Sichtflugregeln fliegt. Zur Unterstützung des Sichtflugs gibt es spezielle Sichtflugkarten, die dem Piloten helfen markante Wegpunkte seiner Flugroute zu finden.


2. Verkehrspiloten müssen jedoch auch nachts oder bei schlechtem Wetter fliegen. Bei schlechter Sicht ist das Fliegen nach VFR nicht möglich. Ein Flugzeug hat - ebenso wie ein Auto - Scheinwerfer. Diese werden jedoch nur zur Landung genutzt. Sie sind nicht stark genug, um während des Fluges bis zum Boden zu reichen. Bei schlechter Sicht müssen Piloten auf eine andere Weise ihr Ziel finden. In diesem Fall wird nach IFR geflogen. IFR ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung Instrument Flight Regulation. Wie der Name schon sagt, spielen bei diesem Flugverfahren die Instrumente im Cockpit des Flugzeugs eine große Rolle. Für den Instrumentenflug gibt es eigene Flugkarten. Sie legen weniger Wert auf landschaftliche Gegebenheiten, sind aber für die technische Navigation unverzichtbar.


Cockpit einer Boeing 747-400Dies ist das Cockpit einer modernen Boeing 747-400 (auch als Jumbo bekannt). In solch einem Cockpit befinden sich unzählige Schalter, Hebel, Knöpfe, Lämpchen und Anzeigegeräte. Ein Pilot braucht sämtliche dieser Anzeigen, um Sie sicher an Ihren Zielort zu bringen. Dabei müsste er theoretisch vom Start bis zur Landung nicht einmal aus dem Fenster sehen. Alle Informationen, die er benötigt (auch die Fluglage, also ob die Maschine schief oder gerade in der Luft liegt) kann er von den Instrumenten im Cockpit ablesen. Ihr Flugzeug kann bei fast jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit fliegen.


Alle Verkehrsflüge werden nach Instrumenten geflogen, also nach IFR. Der Grund hierfür ist jedoch nicht das Wetter oder die Tageszeit. Große Flugzeuge fliegen in sehr großen Höhen (zwischen 8 und 15 Kilometer). In solchen Höhen ist der Flug energiesparender und schneller. In Reiseflughöhe haben Piloten nahezu immer Sonnenschein, denn kaum eine Wolke erreicht diese Höhen. Die Entfernung vom Boden ist jedoch so groß, dass es nicht mehr möglich ist, Landmarken unter sich zu erkennen. Oft versperren auch Wolken die Sicht zwischen Flugzeug und Boden.

IFR hat einen weiteren Vorteil: Flugzeuge, die einen IFR-Flug durchführen, werden durchgehend von den Fluglotsen an ihren Radarschirmen beobachtet. Der Lotse weiß über jeden Meter, den das Flugzeug zurücklegt, bescheid. In Gefahrensituationen kann er zu jeder Zeit eingreifen und die Piloten warnen.