Instrumentenlandung Drucken

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InstrumentenlandungHier sehen Sie, am Beispiel des internationalen Flughafens Chicago O'Hare (Illinois, USA), welche Informationen ein Pilot für eine Instrumentenlandung benötigt. Dazu muss der Flughafen mit speziellen Funkfeuern ausgestattet sein, welche Pilot und Flugzeug die korrekte Richtung und den korrekten Sinkweg (Glideslope) zur Landebahn anzeigen. Diese nennen sich Instrument Landung System oder ILS. Nahezu alle Flughäfen, auf denen große Flugzeuge landen dürfen besitzen Instrumentenlandesysteme. O'Hare ist einer der größten Flughäfen der Welt. Die Landebahn, um die es hier geht, heißt 27R. Die 27 steht für die grobe Richtung, in welche die Landebahn verläuft (etwa 270° - also nach Westen). Das R steht für rechts. Wenn mehrere Landebahnen parallel liegen und in die gleiche Richtung verlaufen werden sie mit "left", "middle" oder "right" ergänzt.

Der obere Kartenbereich zeigt dem Piloten, in welche Richtung er zur Landebahn fliegen muss. Der untere Bereich zeigt unter anderem den richtigen Sinkweg bis zum Aufsetzen (Glideslope). Ebenso wird hier genau beschrieben, was der Pilot zu tun hat, wenn er eine Landung abbricht (also durchstartet - das nennt sich: Missed Approach bzw. Go Around). Mit diesen navigatorischen Hilfen kann ein Flugzeug auch bei schlechter Sicht sicher gelandet werden.

B747 im Anflug
Boeing 747 bei der Landung

Während der Start- und Landphase werden Sie einige "ungewöhnliche" Geräusche im Flugzeug hören. Beispielsweise muss das Flugzeug während des Sinkvorgangs nach und nach seine Geschwindigkeit verlangsamen. Um dies zu erreichen, werden die Flügel (genauer die Flügelflächen) vergrößert. Es entsteht mehr Widerstand und das Flugzeug "bremst ab". Außerdem kann das Flugzeug durch die größeren Tragflächen auch mit langsamer Geschwindigkeit sicher fliegen. Zu diesem Zweck werden sogenannte Landeklappen (engl. Flaps) ausgefahren. Dieses Ausfahren klingt wie das Brummen kleiner Elektromotoren. Wenn Sie aus Ihrem Fenster den hinteren Teil der Tragflächen sehen, dann können Sie das Ausfahren der Klappen beobachten.

Während des Sinkflugs fliegt (oder "rollt") ein Flugzeug bildlich gesprochen "den Berg herunter". Oft werden in dieser Flugphase die Triebwerke auf Leerlauf zurückgefahren, damit der Flieger nicht weiter beschleunigt. In der lärmgedämmten Kabine kann man den Eindruck bekommen, die Triebwerke seien ausgefallen, weil man sie nicht mehr hört. Tatsächlich laufen die Triebwerke während des ganzen Fluges. Im Leerlauf werden sie jedoch von den Windgeräuschen um das Flugzeug herum übertönt.

Im letzten Teil der Landephase muss der Pilot schließlich das Fahrwerk (also die Räder des Flugzeugs) ausfahren. Dabei hören Sie ein dumpfes Rumpeln. Auch kurz nach dem Take Off (dem Abheben der Maschine von der Startbahn) hören Sie beim Einfahren des Fahrwerks dieses Rumpeln. Wenn Sie auf einem Platz im Flugzeug sitzen, der sich in der Nähe eines Rades befindet, können Sie das Ein- und Ausfahren auch unter Ihren Füßen spüren.


Wenn der Pilot die Maschine sicher gelandet hat, muss er sie auf der Landebahn abbremsen. Die Scheibenbremsen an den Rädern sind mit denen eines Autos kaum zu vergleichen. Sie sind wesentlich stärker und erledigen die Hauptarbeit beim Bremsen. Sie werden jedoch von zwei weiteren Bremssystemen unterstützt. Der Pilot löst den sogenannten Umkehrschub aus. Dabei wird der Antriebsstrahl der Triebwerke einfach in die entgegengesetzte Richtung umgelenkt. Der Umkehrschub hört sich an wie ein lautes Grollen. Zusätzlich besitzt das Flugzeug (meist auf den Tragflächen) sogenannte Störklappen, die senkrecht ausgefahren werden. Zum einen verlangsamen sie die Maschine mithilfe des Luftwiderstands, zum anderen stören sie den laminaren Luftstrom um die Tragflächen herum und verhindern ein erneutes und ungewolltes Abheben (Hüpfen) der Maschine.