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Safety Instructions


Vielflieger nehmen die Sicherheitsinformationen, die vor dem Flug von den Flugbegleitern durchgesagt werden, kaum noch wahr. Auch die kleinen Safetycards an den Sitzplätzen werden selten beachtet. Manche der Maßnahmen sind durchaus fragwürdig. Während eines Notfalls kann jedoch die Kenntnis einiger Sicherheitsvorkehrungen Leben retten.

Die Sauerstoffmasken


Moderne Passagierflugzeuge fliegen in Höhen, in denen die Luft sehr kalt und sehr dünn ist. Dies bedeutet, dass auch der Sauerstoffgehalt der Luft zu gering ist. Menschen mit normaler Kondition könnten in dieser dünnen Luft nicht lange bei Bewusstsein bleiben. Experten sprechen von etwa einer Minute, innerhalb der man noch normal handlungsfähig ist. Ist man diesen Bedingungen für längere Zeit ausgesetzt, kann der Sauerstoffmangel auch zu irreparablen Schäden führen. Allein der geringe Luftdruck ist zunächst nicht lebensbedrohlich. Die in diesen Höhen herrschende Kälte und der geringe Sauerstoffgehalt sind allerdings gefährlich. Aus diesen Gründen ist die Kabine (der Rumpf) eines Flugzeugs luftdicht konstruiert. In großen Höhen werden die Bedingungen innerhalb der Kabine auf einem normalen Niveau gehalten. Fliegt das Flugzeug in Reiseflughöhe, ist die Maschine sozusagen aufgepumpt wie ein Luftballon (der Druck innerhalb der Kabine ist höher als der Druck der Umgebung).

SicherheitsinstruktionenDie Sauerstoffmasken (Oxygen Masks) befinden sich in der Deckenverkleidung über jedem Sitzplatz. Sie werden automatisch ausgelöst, wenn der Druck innerhalb des Flugzeugs fällt. Sie können jedoch auch über einen Schalter im Cockpit manuell aktiviert werden. Eine Klappe über dem Sitz öffnet sich und die Sauerstoffmaske fällt herunter. Ein Gummiband wird über den Kopf gezogen und hält das Mundstück am richtigen Platz. Sie sollten sich zunächst selbst die Maske überziehen und sich dann erst um Ihre Sitznachbarn (z.B. Kinder) kümmern. Erst wenn Sie Sauerstoff zum Atmen haben, können Sie sich sicher sein auch für Ihre Mitflieger eine nützliche Hilfe zu sein.

Oft entsteht Panik in der Passagierkabine, wenn die Sauerstoffmasken herunterfallen. Lassen Sie sich dadurch keinesfalls beeindrucken. Das Herunterfallen der Sauerstoffmasken bedeutet  keine unmittelbare Gefahr für einen sicheren Weiterflug. Bereits ein undichtes Ventil oder ein kleines Loch im Flugzeug kann die Luft sehr langsam und unmerklich entweichen lassen. Aus diesem Grund gibt es mehrere Sensoren, die den Zustand im inneren der Kabine ständig überprüfen. Die Sauerstoffmasken werden sehr früh ausgelöst. Zu diesem Zeitpunkt besteht noch keine Gefahr für die Passagiere. Wenn ein Druckabfall im Flugzeug registriert wird, bedeutet dies für die Piloten: Sie müssen den Flieger möglichst zügig aus der Reiseflughöhe in einem Sinkflug auf eine Höhe bringen, die auch ohne Sauerstoffmasken ein problemloses Atmen ermöglichen. Spätestens ab  12 000 Fuß (unter 4 000 Meter) ist die Benutzung der Sauerstoffmasken nicht mehr notwendig. Auch im Cockpit gibt es übrigens Sauerstoffmasken, allerdings etwas "professionellere" Geräte.

Selbst plötzlich auftretende große Löcher in der Flugzeughülle sind keine unmittelbare Gefahr für die Flugsicherheit. Dies haben vergangene Vorfälle gezeigt. Durch ein großes Loch entweicht die Luft lediglich schneller nach außen. Die Piloten müssen also möglichst schnell auf eine angemessene Höhe sinken. Dies kann im Notfall sogar so zügig geschehen, dass auch ohne Sauerstoffmasken keine unmittelbare Lebensgefahr besteht. Schlimmstenfalls werden Sie aufgrund des Sauerstoffmangels kurzfristig ohnmächtig. Passagiere, die nicht angeschnallt sind, können durch den Sog in Gefahr geraten. Nicht nur aus diesem Grund sollten Sie zu jeder Zeit während des Fluges angeschnallt sein.

Anschnallen? Wozu?


Bei Start und Landung ist anschnallen Pflicht. Während dieser Flugphasen ist die Maschine merklich in Bewegung. Während des längeren Reisefluges tendieren viele Passagiere jedoch dazu, ihren Gurt zu lösen. Auch wenn in Reiseflughöhe nicht viel zu passieren scheint, sollte man möglichst während des kompletten Fluges angeschnallt bleiben. Neben dem zuvor erwähnten schnellen Druckabfall in der Kabine sind vor allem Turbulenzen ein wichtiger Grund, ständig angeschnallt zu bleiben. So können Sie im Falle von starken Turbulenzen Verletzungen vermeiden.

Turbulenzen


Turbulenzen werden im Volksmund auch gerne als Luftlöcher bezeichnet. Dieser Begriff ist etwas irreführend. Denn Luftlöcher - also Löcher in der Luft - gibt es nicht. Turbulenzen sind meist plötzlich auftretende Änderungen in der Luftströmung. Als 'Luftlöcher' werden wohl vor allem die Auf- oder Abwinde bezeichnet. Passiert das Flugzeug solche Luftströmungen, macht sich dies durch ein Kribbeln im Bauch bemerkbar. Bei starken Turbulenzen (z.B. Fallwinden) kann es passieren, dass ein Flugzeug einige Meter nach unten sinkt. Dabei ist der sichere Flug kaum gefährdet. Turbulenzen gehören zur Luftfahrt wie Wellen zur Seefahrt. Die Konstruktion von Flugzeugen erlaubt solche Belastungen ohne Probleme. Allerdings kann ein plötzliches Fallen des Flugzeugs (in sehr seltenen Fällen) Personen und Gegenstände innerhalb der Kabine an die Decke schleudern. Dies kann zu Verletzungen führen. Aus diesem Grund sollten Sie auch während des Fluges immer angeschnallt bleiben.

Schwimmwesten


Ein Großteil der Safety Instructions der Flugbegleiter behandelt die Schwimmwesten unter den Sitzen. Die Tatsache, dass sich heutzutage immer noch Schwimmwesten an Bord eines Flugzeuges befinden, ist diskussionswürdig. Damit eine Schwimmweste nützlich ist, müssen vier Faktoren zutreffen:

  • das Flugzeug muss über ein Gewässer fliegen - weit und breit kein Land in Sicht
  • es muss über diesem Gewässer ein Notfall auftreten, der das Flugzeug zur sofortigen Landung zwingt
  • das Wetter muss verdammt gut und das Wasser verdammt flach sein
  • das Flugzeug muss es schaffen, auf diesem Gewässer eine sichere Notlandung durchzuführen 

Safety InstructionsDie Statistik zeigt, dass diese Faktoren heutzutage so selten zusammentreffen, dass eine Schwimmweste unter ihrem Flugzeugsitz etwa so sinnvoll ist, als würden Sie eine Schwimmweste in Ihrem PKW mitführen. Selbst bei Gewässern in der Nähe von Flughäfen passieren Notwasserungen äußerst selten. Die Schwimmweste ist ein Relikt aus alten Pionier-Zeiten. Als die ersten Passagierflugzeuge über den Atlantik flogen, waren Ausfälle der Motoren durchaus üblich. Selbst mit den ersten düsengetriebenen Verkehrsfliegern waren Notlandungen auf dem Wasser mehr als denkbar und Schwimmwesten ein sinnvolles Fluggepäck. Moderne, zeitgemäße Triebwerke sind allerdings wesentlich standhafter als ihre Vorgänger. Ein Turbinenausfall bei einem Überseeflug kommt heutzutage nur selten vor. Im Notfall kann auch mit dem verbleibenden Triebwerk problemlos bis zum nächstgelegenen Flughafen geflogen werden. In den internationalen Luftfahrtgesetzen ist genau festgelegt, dass ein Flugzeug auch mit nur einem Triebwerk sicher fliegen können muss - ja sogar starten und landen. Warum beharren also Fluggesellschaften weiterhin auf der Schwimmweste? Aus verschiedensten Gründen ist es nämlich gar nicht so leicht, auf einem Gewässer (vor allem auf dem Meer) notzulanden. Die Schwimmweste ist ein wichtiges psychologisches Element für die Passagiere. Sie suggeriert Sicherheit und Rückhalt. Bei einem Zwischenfall gibt es eine Lösung: die Schwimmweste. Sicherheit ist an Bord von Airlinern zweifelsohne Priorität. Jedoch können die technischen Zusammenhänge an Laien teilweise nur unzureichend veranschaulicht werden. Die Vorführung der Schwimmweste ist diesbezüglich durchaus ein legitimes Hilfsmittel, um flugängstlichen Passagieren Sicherheit zu vermitteln.

Der Notausgang


Der Notausgang (Emergency Exit) kann im Falle einer Notlandung Leben retten. Am besten merken Sie sich die Position des nächstgelegenen Notausgangs, indem Sie die Sitzreihen zählen, die Sie bis zum Erreichen des Notausgangs überwinden müssen. So können Sie auch im Fall von Rauch oder Dunkelheit in der Kabine jederzeit den Notausgang finden. Zusätzlich sollten Sie sich einprägen, wie man den Notausgang öffnet. Diese Information finden Sie auf den Sicherheitskarten an ihrem Sitzplatz.

Andere Notfälle während eines Fluges


Die Flugbegleiter an Bord Ihrer Maschine sind für viele weitere kleine und große Notfälle ausgerüstet. Neben Feuerlöschern, Äxten und Pillen gegen Übelkeit haben die Flugbegleiter auch eine umfassende medizinische Ausrüstung an Bord. Bei manchen Fluggesellschaften befindet sich sogar einen Defibrillator im Flugzeug. Hinzu kommt, dass seltsamerweise bei nahezu jedem Flug ein Arzt unter den Passagieren zu finden ist. Ein Umstand, der auch viele Flugbegleiter immer wieder in Staunen versetzt.

Zögern Sie auch bei kleinen Problemen nicht, Ihre Flugbegleiter um Rat zu fragen. Fluggesellschaften gehen davon aus, dass sich zwei Drittel ihrer Passagiere in einem Flugzeug unwohl fühlen. Die Flugbegleiter sind darauf geschult und beantworten Ihnen gerne jegliche Fragen zur Flugsicherheit.

 

Einen guten Flug!